Erlebnisse auf Elektriker-Tour

DER POLTERGEIST

Ein Kunde hatte das Problem, dass immer wenn jemand mit Staubsauger oder Putzeimer zu "wütete", so flog der FI raus. Da es sich unter anderem um ein Büro handelte und jedesmal die Computer abstürzten, war dies natürlich ärgerlich. So wurde ich gerufen. Es war lustig. Jedesmal, wenn man auf dem Holzboden einen "Hüpferer" machte, flog der FI raus. Also gingen wir auf die Suche. Es dauerte eine Weile, aber wir wurden fündig. Mit der Zeit hatten sich wohl Drähte so gelöst, dass eine kleine Erschütterung genügte, um in einigen Steckdosen einen Fehlerstrom zu erzeugen. Die Steckdosen waren funktionstüchtig, das war nicht das Problem, aber es war ein Leiter locker. Nachdem wir dies repariert hatten, war dem Poltergeist-Dasein ein Ende gesetzt, :-)

DIE SCHNECKE DIE SELBSTMORD BEGING

Ein Kunde rief an und beschwerte sich, dass das Licht flackere und der Kühlschrank nicht mehr richtig funktioniert. Man sollte vielleicht dazusagen, dass es sich um ein Häuschen mitten in einem Wald handelt (fast fernab jeglicher Zivilisation). Nachdem ich bei der Fertigstellung der Installation ein Meßprotokoll erstellt hatte und somit mir eigentlich nicht vorstellen konnte, dass die Installation fehlerhaft wäre, musste ich mich vor Ort davon überzeugen, wo das Problem war. Ich fuhr also über den Waldweg zu dem versteckt liegenden Häuschen und wurde schon dringend erwartet. Meine Messung ergab allerdings seltsame Werte - 2 Phasen fehlen. Es schien, als würde die Hauptzuleitung (also von draußen) nicht in Ordnung sein. Ich tippte auf einen Blitzschlag, da zwei Hauptsicherungen "geflogen" waren und bat den Kunden die Stadtwerke zu verständigen. Prompt kamen die am nächsten Tag und kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Im, von den Stadtwerken versiegelten Hauptanschlusskasten (der im Freien steht) bot sich ein erschreckendes Bild - eine "gegrillte" Schnecke über den Hauptsicherungen. Schneckenschleim - das war der Grund dafür, dass eine Brücke entstand war und die Sicherungen flogen - WOW - das kannte noch niemand - nicht einmal der Techniker der Stadtwerke!

DAS WECHSELBAD DURCHLAUFERHITZER

Durchlauferhitzer sind ein interessantes Spiel. Da hat sich in den letzten Jahren ja so einiges getan - hydraulisch - elektronisch. Allein die Steuerungen die da möglich sind! Mit Wellness-Regelung (die so ganz ausversehen angeschaltet werden kann) kann man so manchen Elektriker ins Schwitzen bringen, denn er kann sich gar nicht erklären, warum der Kunde auf einmal Wechselbäder erhält (Wellness!). Manchmal liegt es aber tatsächlich nur einfach an defekten Heizstäben.

FEHLERSTROMSCHUTZSCHALTER

Auch habe ich neue Erkenntnisse gewonnen, dass der ach so stabile FI, der eigentlich nie kaputt geht, es trotzdem kann. Die Kundin meinte "alle eineinhalb Stunden fällt der FI". Als erstes tippte ich auf ein defektes Gerät, wie z. B. den Kühlschrank,, eine Lüftung oder ähnliches. Fehlanzeige. Nachdem ich zwei Stunden lang sämtliche Problemfelder eingekreist hatte, wechselte ich einfach den FI und siehe da - das Problem war verschwunden.

SAT-ANLAGEN UND SCHNURLOSTELEFONE

Ein Kunde wollte, dass ich seinen Receiver und seine SAT-Schüssel neu einstelle. Verwunderlich war nur, dass er teilweise die Programme der SABAN-Gruppe, wie Pro7, Kabelkanal, etc nicht empfangen konnte. Die Anlage an sich war in Ordnung . Ich hatte allerdings mal gehört, dass Schnurlos-Telefone den Empfang so stark beeinträchtigen können, dass sogar der Empfang vom Nachbarn gestört werden kann. Also probierte ich es mit dem Kunden aus. Er stellte Pro7 ein, griff zum Telefon und wählte eine Nummer - BILD WEG!

MEINE WASCHMASCHINEN "HEILENDEN" HÄNDE

Ein Kunde erzählte, dass seit seinem Umzug die Waschmaschine Wasser verliert. Naja, inzwischen weiß ich, dass es viele Gründe dafür geben kann, also fuhr ich hin, um mir die Sache mal anzusehen. Ich zupfte hier, drückte hier und dort , zog das Flusensieb raus - nichts. Ich fand aber auch wirklich keine undichte Stelle. Beim Probelauf stellten wir fest, dass das Problem auf irgendeine Art und Weise behoben war. Warum weiß ich bis heute nicht. Nach ein paar Tagen habe ich den Kunden nochmal angerufen und nachgefragt, ob immer noch alles in Ordnung sei . Der Kunde meinte nur: "Herr Swierczek, Sie haben Waschmaschinen heilende Hände."

Wieder wurde ich zu einer Waschmaschine gerufen. Der Kunde meinte, dass jedesmal, wenn er die Maschine einschaltet, fliegt der FI. Wir haben es ausprobiert. Peng! Weg war er. Also haben wir alles der Reihe nach durchgeprüft. Aquastop abgesteckt, Maschine eingeschalten - kein Peng?! - naja, ohne Aquastop kein Wasser, also Aquastop wieder drauf, Maschine wieder starten, siehe da, die Maschine schaffte es bis zum Wasserholen. Dann Peng! OK. Neuer Versuch. Vielleicht der Heizstab? Heizstab abgesteckt, kontrolliert, alles o.k. wieder angeschlossen, Maschine wieder gestartet.. Programm wieder gestartet, lief durch bis zum Abpumpen. Peng! - FI weg. Pumpe kaputt? Pumpe geprüft - nichts. Maschine wieder gestartet. Das Programm lief durch bis zum Schleudern, dann wieder Peng! O.K. Motor kontrollieren. Nichts. Zum Schluss lief die Maschine, ohne dass wir ein Ersatzteil eingebaut oder irgendetwas repariert hatten, durch, ohne dass der FI flog und ohne irgendwelche anderen Probleme zu machen. Heilende Hände?

 

DER COMPUTER UND DER RASENMÄHER

Eines Tages brachte ein junger Kunde seinen Computer per Fahrrad zu mir in den Laden. "Er fährt nur noch rauf und runter," schilderte er sein Problem. Tatsächlich. Ich schloss ihn im Computerraum an und musste feststellen, dass sich da wohl eine Endlosschleife abspielte. Ich nahm an, dass es sich um einen Festplattenfehler handelte, startete die Wiederherstellungskonsole und ließ den Computer erst mal arbeiten. Inzwischen hatten sich auch ein paar Freunde eingefunden, die mir interessiert über die Schulter guckten. Ich muss dazu sagen, dass ich wie eine Wahnsinnige beim Startvorgang F10 drückte, um in die Wiederherstellungskonsole zu gelangen. Nun, dies kannte diese jungen Leute aber noch nicht und hielten mich wohl für ....

Als der Computer sich - dank Wiederherstellungskonsole - nun repariert hatte, und wieder normal startete, leuchten die Augen des jungen Kunden auf! Als es drum ging, zur Kasse zu schreiten, hatte ich eine andere Idee. Junge Leute haben selten viel Geld - aber viel Kraft! Ich brauchte dringend Unterstützung beim Rasenmähen. So fragte ich ihn, ob das für ihn in Ordnung ginge. Klar hatte er Lust zum Rasen mähen. So war beiden gedient.

Eine Woche später kam er mit seinem Freund wieder. Sein Freund hatte ein Laptop unter dem Arm: "Ich hab mein Passwort vergessen. Können Sie das auch reparieren?" Bis dahin wusste ich es zwar nicht, ob ich das kann, aber ich stellte schnell fest, dass ein Passwort zurücksetzen eine ziemlich einfache Sache ist. Echt krass!

Gesagt - getan. Und als das also erledigt war, meinte der junge Kunde zu seinem Freund: "So - und jetzt musst Du auch Rasen mähen!"

Leider kam sein Freund nicht zum Rasen mähen. Er hat das wohl nicht ernst genommen.

Claus Swierczek Elektrotechnik  |  kontakt@elektro-swierczek.de